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Gorewear Tested-by Rennrad Kollektion

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Die GOREWEAR Rennrad-Kollektion für Komfort bei warmen Temperaturen

Funktional, sportlich und dennoch bequem für jede Situation auf dem Rad gekleidet: Geht das?

Bist du als Vielfahrer*in unterwegs, beim Pendeln, Rennradfahren, Graveln, einfach ins Grüne oder nächste Café? Dann wünscht du dir doch bestimmt manchmal auch das EINE Bekleidungsset für alles, oder? Natürlich kann es bei ein paar Zwischensprints oder angesichts hoher Temperaturen heiß hergehen. Deshalb brauchst du leichte, funktionale Bekleidung und nicht das eher schwere, legere Merinoshirt.

GOREWEAR hat genau für diese Situationen eine Rennradkollektion entwickelt, die Komfort bei warmen Temperaturen verspricht. Das heißt, das Material ist leicht, atmungsaktiv, schnelltrocknend und elastisch genug, um sich deinen Bewegungen anzupassen, ohne dabei einzuengen oder zu scheuern. Dennoch ist der Schnitt sportlich und aerodynamisch. GOREWEAR nennt das FORM FIT, eine eng am Körper anliegende Passform, die das Klimamanagement verbessern soll.

Unsere Texter*innen Martin und Sandra haben jeweils ein Kurzarmtrikot und eine Trägerhose aus der GORE Spring/Summer 2022-Kollektion auf genau diese Gesichtspunkte hin getestet und verraten uns hier, ob das „Komfort-Konzept für warme Temperaturen“ von GOREWEAR aufgeht.

Beide fahren schon seit sehr vielen Jahren Rennrad und nehmen auch mal an Radevents teil. In ihrem Kleiderschrank hat sich eine große Sammlung von Radsportbekleidung breit gemacht, sie haben ihre Lieblingstücke und wissen somit genau, was sie von welchem Kleidungsstück zu welchem Anlass erwarten. Können die Teile von GOREWEAR ihrer kritischen Prüfung standhalten?

Test der Gorewear Rennrad Kollektion für warme Temperarturen

Martin testete das Torrent Jersey und die Torrent Bib-Short, Sandra nahm das Daily Jersey und die Ardent Bib Shorts+ unter die Lupe. Beide erhielten die Kollektion in dezentem Dunkelblau – oder Orbit Blue, wie es bei GOREWEAR heißt. Getestet wurde im Juni dieses Jahres bei Temperaturen um die 25 Grad im flachen Berlin und Umland.

Martin und die Torrent-Kollektion
Test der Gorewear Torrent Kollektion

Martin erwartete vom Jersey und der Bib Shorts+ „moderne, luftige Kleidung mit den passenden Details, die man braucht, wenn man jeden Tag Rad fährt.“ Martin sitzt tatsächlich jeden Tag auf dem Rennrad und da ist es schon mal gut, dass das Set im Vergleich mit Produkten anderer Marken preislich gesehen im Mittelfeld liegt und gewisse Extras verspricht, ohne das Konto zu sehr zu belasten.

Der erste Eindruck

Das Trikot

In diesem Zusammenhang gefiel ihm auch gleich die seitlich an der rechten, hinteren Rückentasche angebrachte Reißverschlusstasche für kleinere Wertsachen, ein Detail, das sonst eher bei höherpreisigen Jerseys vorkommt. So sind Haustürschlüssel oder ein bisschen Bargeld sicher verstaut.

Rückentasche des Gorewear Torrent Trikots
Ärmel des Gorewear Torrent Trikots

Martin misst 1,88 Meter bei 78 Kilogramm Körpergewicht. Das Jersey fand er für den alltäglichen Gebrauch „grenzwertig eng“. Da sitzen andere Jerseys in der Größe lockerer bei ihm. Das Trikot hat mit seinen etwas länger gehaltenen Ärmeln einen modernen Look. Allerdings haben diese keine Silikongripper oder Lasercut-Abschlüsse, die ein Hochrutschen verhindern würden.

Die Trägerhose

Die Passform der Hose in Größe M war genau richtig für Martin: Sie fühlte sich „relativ elastisch und weniger kompressiv als bei anderen Marken“ an. Skeptisch war er beim vorgeformten Windstopper Cup im Schritt, das „ein bisschen Platz zu schaffen“ scheint. Aber er fragte sich, ob es im Sommer damit nicht zu warm werden würde.

Gorewear Torrent Trägerhose Windstoppereinsatz
Gorewear Torrent Trägerhose Beinabschlüsse

Auch die lasergeschnittenen Beinabschlüsse haben ihm sehr gut gefallen: Sie sind breit gehalten, das sollte das Einschneiden vermeiden und das großflächig applizierte Silikon müsste für einen guten Halt sorgen - wir werden sehen.

Bei den Netzträgern musste Martin schon Sorgfalt beim Anziehen walten lassen, damit sich diese nicht verdrehen. Da Martin normalerweise nur schwarze Bibshorts auf dem Rennrad trägt, musste er sich mit der blauen Hose erst mal anfreunden. Es störte ihn, dass das Blau der Hose nicht dem blauen Farbton des Trikots entsprach, obwohl beide zur selben Kollektion gehören und aufeinander abgestimmt sind. Aber das ist oft der Fall, auch bei anderen Marken, weil Jersey und Hose aus unterschiedlich dehnbaren Materialien bestehen. Beim Trikot hätte er auch definitiv lieber das pinke Daily Jersey gehabt, aber die Torrent-Kollektion gibt es bisher nicht in Pink.

Die reflektierenden Elemente am Trikot und der Hose kamen dafür gut an.

Mal sehen, wie sich das Kit in der Praxis geschlagen hat.

Im Einsatz auf Touren von Feierabendrunde bis Sechs-Stunden-Fahrt am Wochenende

Martin war zwar nicht „mit dem Messer zwischen den Zähnen“ unterwegs, aber schon mit dem „Anspruch, sich sportlich zu betätigen“, so seine Worte.

Das Trikot

Auch wenn er an keinem wirklich superheißen Tag gefahren ist, hatte Martin bereits da das Gefühl, dass es luftigere Jerseys gibt. Das liegt vielleicht auch am Material – zwar ist dieses leicht, es gibt zum Beispiel aber keine Mesheinsätze, was bei teureren Jerseys für heißes Wetter oft der Fall ist.

Den Reißverschluss fand er recht dünn. Wenn der Stoff dann auch noch so weich ist, ist es – bei allem Tragekomfort – schwierig, das Trikot während der Fahrt mit einer Hand zu öffnen. Die Taschen des Jerseys waren allerdings jederzeit gut zu erreichen und die Reißverschlusstasche erwies sich als hochwillkommen.

Die Trägerhose

Weder die Ärmel noch die Beinabschlüsse rutschten während der Fahrt hoch, sondern hielten bombenfest, ohne einzuschneiden – unglaublich wichtige Details, die bei Martin absolut entscheidend sind, ob er mit einem Kleidungsstück langfristig glücklich wird oder nicht. Bei 25 Grad Celsius maximal störte auch der winddichte Einsatz nicht. Atmungsaktivität ist hier also gegeben, und Martin denkt, dass der Windstopper Cup im Winter ein Gamechanger sein könnte, wenn die Hose unter einer ungepolsterten Wintertight getragen wird.

Gorewear Torrent Kollektion
Das Polster der Trägerhose

Das relativ dünne und feste Polster, das im Sitzknochenbereich recht breit ist, verursachte keinerlei Probleme, weder auf einem traditionellen Fabric-Scoop- noch auf einem breiteren Prologo-Dimension-Sattel. Mit anderen Worten: Verhält sich ein Sitzpolster unauffällig, gerade auf langen, flachen Touren, kann dies als voller Erfolg gewertet werden.

Fazit – Tragekomfort und Atmungsaktivität sind eindeutig gegeben – mit kleinen Einschränkungen

Martin ist insgesamt begeistert vom fairen Preis-Leistungs-Verhältnis, vor allem angesichts der luxuriösen, kleinen Wertsachentasche und der sehr gelungenen Beinabschlüsse. Für noch luftigere Jersey-Konstruktionen muss dann wohl doch tiefer in die Tasche gegriffen werden. Die Passform des Jerseys fand Martin wegen des FORM FIT etwas zu eng und hätte gerne eine Nummer größer gewählt. Dafür passte der Tragekomfort der Hose perfekt ins Konzept: Diese empfand Martin nämlich durch das elastische Material als sehr bequem, genauso wie das Polster.

Er empfiehlt das Set insbesondere Roadies, die bei warmem Wetter eher entspannt unterwegs sind.

Hier ist Martins Bewertung in Zahlen: 1 (sehr schlecht) bis 10 (hervorragend)

Funktion / Performance Preis-Leistungs-Verhältnis Verarbeitung/Haltbarkeit Design/Attraktivität
7/10 8/10 9/10 8/10

Sandra und die Kombination Daily Jersey und Ardent Bib Shorts+

Sandra erwartete vom „Daily Jersey“ einen eher lockeren Schnitt, um auch bei weniger sportlichen oder alltäglichen Fahrten nicht auszusehen, als würde sie gleich bei einem Rennen antreten.

Rennrad Kollektion Daily Jersey & Ardent Bib Short

Sie zieht Trägerhosen Radhosen ohne Träger vor, weil erstere einfach besser sitzen. Bei der Bibshorts, wünschte sie sich eine funktionierende Lösung für die Pinkelpause, denn Frauen müssen in solchen Situationen sonst immer das Trikot ausziehen, wenn sie eine Trägerhose tragen. GOREWEAR bietet hier eine Reißverschlusslösung, um Ober- und Unterteil der Hose teilweise voneinander zu trennen. Außerdem freute sich Sandra auf eine lange Oberschenkelpartie, denn die Innensaumlänge ist mit 25 Zentimetern angegeben – und das ist viel. So hat zum Beispiel die Long Distance Bib Shorts von GOREWEAR nur 20 Zentimeter Innensaumlänge, wobei das eher dem durchschnittlichen Maß für kurze Frauenradhosen entspricht.

Der erste Eindruck

Das Trikot

Das Daily Jersey machte seinem Namen alle Ehre und hatte tatsächlich, trotz FORM FIT, eine viel entspanntere Passform. Sandra fand es absolut nicht grenzwertig eng, so wie Martin sein Torrent Jersey. Körper und Vorlieben sind nun einmal sehr verschieden – auch wenn beide Jerseys nach dem FORM FIT von GOREWEAR geschnitten sind, ist es gut möglich, dass sie bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich ankommen. Das Daily Trikot war für Sandra also definitiv kein superenges Race Jersey, aber ein vollwertiges Rennradtrikot mit drei Rückentaschen und einem durchgehenden Reißverschluss.

Kleine, feine Details sind für diese mittlere Preisklasse hervorzuheben, wie zum Beispiel die kleine Reißverschlusstasche für Wertsachen, die Tatsache, dass die Rückentaschen unten eine kleine Falte haben, um ihr Volumen zu vergrößern und ein elastischer Silikonabschluss am unteren Bund, der alles an Ort und Stelle halten soll.

Details des Gorewear Daily Jersey
Details des Gorewear Daily Jersey
Details des Gorewear Daily Jersey

Der Frontreißverschluss ist allerdings sehr einfach gehalten, hat nur einen kleinen Schieber ohne Zipper-Garage, ist aber immerhin unterlegt, sodass zumindest das Unterhemd oder die Haut direkt unter dem Trikot keinen Schaden nimmt. Eine Zipper-Garage wäre schon schön gewesen, meint Sandra, denn am unteren Ende des Reißverschlusses verhindert sie, dass die Radhose an der Stelle, wo sie mit dem Zipper Kontakt hat, durch Reibung aufgeraut wird, und am oberen Ende wird das versehentliche Einklemmen der Haut am Hals beim Schließen verhindert. Da der geschlossene Kragen bei Sandra sowieso nicht am Hals anlag, bestand hier allerdings keine Gefahr. Ergänzend sei hier erwähnt, dass das Torrent Jersey mit Zipper-Garage ausgestattet ist. Das fand Martin aber gar nicht so wichtig, denn diese Vorrichtung kann die schnelle Bedienung des Reißverschlusses auch etwas erschweren.

Ärmel des Daily Jerseys

Das Trikot ist leicht tailliert, allerdings passte es nicht ganz zu Sandras Figur, da es vorne etwas zu lang ist, die Ärmel etwas zu eng sind, während der Kragen viel zu weit ist, aber all das ist Jammern auf hohem Niveau. Insgesamt passte das Jersey trotzdem gut, eine andere Größe hätte nicht geholfen und die meisten Menschen sind nun mal nicht proportional gebaut. Bei einem waschechten Race Jersey wäre die vordere Partie deutlich kürzer, aber wir haben es ja hier mit dem Daily Jersey zu tun und ein Jersey im Profi-Stil macht sich eben beim Caféstopp nicht so gut, weil es im Stand gerne mal bis zum Bauchnabel hochrutscht – von daher hat der Schnitt des Daily Jersey schon seine Berechtigung.

Die Trägerhose

Die Bib Shorts+ passte tatsächlich so, wie Sandra sich das vorgestellt hatte: Sie fühlte sich sehr bequem an und die Beinpartie endete knapp oberhalb des Knies – statt, wie viele ihrer anderen Radhosen, auf der Oberschenkelmitte. Sie war also wirklich lang und Sandra gefiel das. Beim ersten Überziehen im Stehen standen die breiten Leggripper allerdings über dem Knie ab. „Es ist ja schön, wenn nichts einschneidet“, dachte Sandra, „aber werden sich die Gripper während der Fahrt noch an die richtige Stelle ziehen, ohne zu sehr hochzurutschen, und genug Support bieten?“ Sandra stimmte mit Martins Urteil überein, dass beim Material eher wenig Kompression gegeben ist, sich die breiten Leggripper aber sehr angenehm anfühlen.

Gorewear Ardent Bib Shorts Beinabschluss
Gorewear Ardent Bib Shorts Leggripper

Die Trägerpartie saß ebenfalls genau richtig und baute genug Spannung auf, um alles am Platz zu halten, ohne an den Schultern einzuschneiden, auch im Stand nicht. Letzteres ist oft bei komplett auf Performance ausgerichteten Race Bib Shorts der Fall. Sie funktionieren nur auf dem Rad in sportlich gestreckter Haltung. Die Tatsache, dass die Trägerpartie aus Mesh-Material gefertigt ist, ist in der Preisklasse eigentlich Standard, aber auch nicht zu unterschätzen, wenn es wirklich warm draußen ist.

Das windabweisende Material im vorderen Schritt irritierte Sandra ebenso wie Martin: „Warum wird so etwas in eine Kollektion eingebaut, die für warmes Wetter gemacht ist?“ Laut GOREWEAR soll es durch die atmungsaktiven und feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften das Klimamanagement verbessern und den Windchill-Effekt abhalten, der sich auch an warmen Tagen bei höheren Geschwindigkeiten und auf Abfahrten einstellt. Wir werden sehen, wie es dann wirklich bei Sandra performte.

Doch nun zur Besonderheit an dieser Trägerhose: das horizontal verlaufende Reißverschlusssystem am unteren Rücken für die Biopause. GOREWEAR hat sich hier für zwei Reißverschlüsse entschieden, bzw. jeweils einen Zweiwegereißverschluss, der sich von der Rückenmitte nach links und rechts außen mit jeweils einer Hand gleichzeitig öffnen lässt. In der Mitte befindet sich eine kleine Lücke, so lassen sich die Zipper gut greifen. Hier gibt es an den äußeren Enden sogar eine Zipper-Garage, allerdings ist dieser Reißverschluss nicht unterlegt. Sandra hatte Bedenken, dass es an dieser Stelle scheuern könnte. Sie hat bereits einige Trägerhosen anderer Marken im Schrank, die Lösungen für die weibliche Pinkelpause anbieten, darunter sind Hosen mit sowohl vertikal als auch horizontal verlaufenden Reißverschlüssen, Hosen mit magnetischem Clip hinten am Monoträger und auch Hosen ohne Öffnungssystem, wobei einfach auf die Elastizität des Materials gesetzt wird. Allen Hosen ist gemein, dass sie sich, vom Oberteil teilweise getrennt oder nicht, in der Hocke einfach hinten herunterziehen lassen. Wir werden gleich sehen, wie die Lösung von GOREWEAR im Vergleich zu den anderen Hosen abgeschnitten hat.

Reisverschlusssystem der Bib-Short
Im Einsatz auf Touren von drei bis sechs Stunden
Test der Gorewear Ardent Bib & Daily Jersey

Sandra testete die Kollektion, ähnlich wie Martin, während der langen Tage im Juni auf Feierabendrunden von drei bis vier Stunden mit dem Gravelbike oder auf noch längeren Touren mit dem Rennrad am Wochenende. Die Temperaturen haben auch mal die 25 Grad überschritten, das Profil war hauptsächlich flach. Sandra war meistens entspannt unterwegs, nur am bescheidenen Hausberg ging es mal zur Sache.

Das Trikot

Sandra teilte Martins Eindruck, dass es luftigere Jerseys für warmes Wetter gibt. Der Stoff hätte gerne gröber perforiert sein können und Netzeinsätze unter den Armen, am Rücken und unter den Taschen wären ideal gewesen, denn dort sammelte sich bei Sandra die meiste Feuchtigkeit, was sie aber erst merkte, als sie das Trikot zu Hause auszog. Andere Marken bieten solche Trikots mit Mesh-Einsätzen speziell für heißes Wetter. Die Verarbeitung ist allerdings aufwendig und dementsprechend kostspielig sind solche Trikots dann für die Nutzer*innen.

Zugegebenermaßen erwartet man eine derart spezielle Performance aber auch nicht von einem Daily Trikot, also einem Jersey für den täglichen Gebrauch, wenn es auch mal kühler sein kann. Während der Fahrt hat sich keinesfalls das Gefühl des Überhitzens eingestellt und es gab auch kein Kleben des Stoffs auf der Haut. Ein kleiner Minuspunkt war für Sandra, dass das Trikot am Ende des Tages doch sehr unangenehm roch und sich somit nicht für Mehrtagestouren eignet.

Hellauf begeistert war Sandra von den Rückentaschen inklusive Reißverschluss-Wertsachentasche. Handy, kleine Geldbörse, Taschentücher, Energieriegel und Haustürschlüssel müssen bei Sandra mit auf jede Fahrt und all das will in den drei Rückentaschen verstaut werden. Hier zahlt sich die gute Schnittführung und richtige Materialstärke des Daily Jerseys aus. Besonders die „Beutelkonstruktion“ der Taschen, also die kleine Falte am unteren Rand, sorgt dafür, dass eine Menge untergebracht werden kann. Der elastische Saum mit Silikongripper sorgt dafür, dass alles an Ort und Stelle bleibt. Sandra besitzt einige Trikots, die ebenfalls für entspanntere Fahren bestimmt sind, aber nur zwei oder sogar nur eine Rückentasche haben oder keinen elastischen Saumabschluss besitzen. Das Resultat ist dann, dass die beladenen Taschen das Trikot nach unten ziehen oder das Jersey hinten abhebt bzw. hin- und herschaukelt. Oft haben Frauentrikots in kleinen Größen (Sandra trägt XS) auch zu kleine Taschen, die zu hoch sitzen – nichts davon ist der Fall beim GOREWEAR Daily Jersey, hier funktioniert alles perfekt, was für das gut durchdachte Design spricht.

Wertsachentasche mit Reisverschluss

Die Trägerhose

Die Bibshorts avancierte bei Sandra sogar zur neuen Lieblingshose in ihrem Sortiment. Sie war so begeistert, dass sie sich auch noch die olivgrüne und die schwarze Version kaufte. Besonders die lange Beinpartie gefiel ihr, nach so etwas hatte sie lange gesucht. Allerdings gibt sie zu bedenken, dass die Hose für Frauen, die kleiner als 1,60 Meter sind, tatsächlich zu lang sein könnte. Auch wenn du lieber einen größeren Teil deiner Oberschenkel bräunen lassen möchtest, wäre eine kürzere Hose angeraten. Außerdem stellt sich die Frage, ob bei einer Hose, die explizit für warmes Wetter gemacht ist, eine kürzere Beinpartie nicht besser geeignet wäre.

Nun, hier kommen ein paar gute Nachrichten. Weder die lange Beinpartie noch das oben erwähnte windabweisende Material im Schritt beeinträchtigten das Klimamanagement bei Temperaturen von 25 Grad und mehr negativ. Dennoch würde Sandra bei über 30 Grad tatsächlich rein gefühlsmäßig zu kürzeren Hosen greifen und das Windstopper Cup fände sie in Übergangs- und Winterradhosen besser aufgehoben.

Sehr erleichtert war Sandra über die Tatsache, dass die abstehenden Silikongripper tatsächlich während der Fahrt an die richtige Stelle rückten, mit dem Oberschenkelmuskel bündig abschlossen und dann auch dort blieben, ohne einzuschneiden.

Das Gewebe der Bibshorts bot genau die richtige Unterstützung, um alles fest am Platz zu halten. Es war aber auch elastisch genug, um in der Biopause nach Bedienung des oben beschriebenen Öffnungsmechanismus‘ problemlos heruntergezogen zu werden. Im Vergleich zu all ihren „pinkelfreundlichen Trägerhosen für Frauen“ fand Sandra die Lösung von GOREWEAR tatsächlich am bedienfreundlichsten. Auch scheuerte oder drückte der Reißverschluss im unteren Rücken nicht im Geringsten.

Ein weiteres Highlight war für unsere Testerin das Sitzpolster. Sie teilt auch hier das Urteil von Martin – es ist fest, trägt nicht auf und macht sich auch nach sechs Stunden im Sattel noch gut. Sandra kommt persönlich nämlich nicht gut mit dicken, weichen Sitzpolstern klar. Egal ob in sportlich gestreckter Position auf dem Rennrad oder eher aufrechter, sitzknochenbetonter Position auf dem Gravelbike, das Pad war immer angenehm und bot genügend Support gegen Reibung, Druck und Erschütterungen. Sandra würde die Ardent Bib Shorts+ sogar in den High-Performance-Bereich einordnen. Preislich liegt sie im Vergleich zur Torrent Bib Shorts auch deutlich höher, das ist allein aber schon durch die durchdachte, patentierte Reißverschlusslösung für die Biopause zu rechtfertigen.

Fazit – 10/10 für die Ardent Bib Shorts+ und das Daily Jersey überraschte mit durchdachten Details

Insgesamt trug sich das zu 100 Prozent aus recyceltem Material gefertigte Daily Jersey für Sandra sehr angenehm. Die Tatsache, dass es an manchen Stellen etwas stauchte und an anderen zu locker saß, war zwar optisch nicht perfekt, aber es störte auch nicht während der Fahrt. Insgesamt wirkte das Design in dunkelblau sehr dezent und elegant. Die weißen Kreuze auf dem Jersey hätten Sandras Meinung nach aber in Sinne eines moderneren Looks nicht sein müssen, andererseits sieht man sie von Weitem kaum.

Refklektierende Elemente beim Gorewear Set

Die Hose performte und passte genau so, wie Sandra sich das wünschte. „GOREWEARs Anspruch, Klima- und Tragekomfort zu bieten ist definitiv erfüllt. Die Kollektion findet einen sehr guten Kompromiss zwischen enganliegend und bequem und bietet wichtige Details für eine angenehme Fahrt, wie zum Beispiel die durchdachten Rückentaschen, die sehr gelungenen Beinabschüsse, das langstreckentaugliche Polster und die clevere Lösung für die Toilettenpause bei der Hose“, so Sandras Urteil.

Ein weiteres lobenswertes und nicht zu unterschätzendes Detail waren die reflektierenden Elemente. Als kleinen Kritikpunkt sieht Sandra allerdings die Empfindlichkeit des Materials. So verursachte das flüchtige Streifen der Bibshorts mit dem Klettverschluss des Radhandschuhs sofort Pilling auf dem Gewebe am vorderen Oberschenkel und das versehentliche Einklemmen des Trikots im Reißverschluss der Trägerhose riss ein kleines Loch in den Stoff des Jerseys.

Sandra empfiehlt die Kollektion vor allem Einsteigerinnen oder Fahrerinnen, die eher gemütlich unterwegs sind, auch mal eine Kaffeepause einlegen wollen und die sich im eher aggressiven Pro Look overdressed fühlen. Auch für Pendelfahrten oder das tägliche Training ist die Kollektion geeignet, denn sie belastet den Geldbeutel nicht allzu sehr, wenn sie deine Radsportgarderobe erweitert.

Hier kommt Sandras Bewertung in Zahlen: 1 (sehr schlecht) bis 10 (hervorragend)

Hose
Funktion / Performance Preis-Leistungs-Verhältnis Verarbeitung/Haltbarkeit Design/Attraktivität
10/10 10/10 9/10 10/10
Jersey
Funktion / Performance Preis-Leistungs-Verhältnis Verarbeitung/Haltbarkeit Design/Attraktivität
8/10 7/10 7/10 7/10

Gesamturteil

Zunächst sei festgehalten, dass sich das Verständnis von „Komfort bei warmem Wetter“ für GOREWEAR zuallererst auf das Klimamanagement bezieht, welches sich wiederum aus dem Material und der der Passform ergibt – und diese ist nicht zwangsweise locker, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern enganliegend. GOREWEAR nenn es FORM FIT. Durch die körpernahe Passform soll die Feuchtigkeitsregulierung verbessert werden, das leichte, schnelltrocknende und elastische Material passt sich den Bewegungen an.

Test der Gorewear Rennrad Kollektion für warme Temperarturen

Diese enge Passform ist beim Torrent Jersey konsequenter umgesetzt als beim Daily Jersey und insgesamt empfanden Martin und Sandra den Tragekomfort der Bibshorts mit ihren überragenden Leggrippern als bequemer als den des Trikots. Was das Klimamanagement betrifft, gab es für diese Preisklasse nichts zu beklagen, was ein gutes Zeichen ist.

Die beiden Tester*innen sind sich einig, dass die Kollektion auch beim Caféstopp eine gute Figur macht und die Bibshorts lösten wahre Begeisterung aus. GOREWEAR bietet mit durchdachten Details wie den mehrfach gelobten Beinabschlüssen, aber auch dem Sitzpolster, der Reißverschlusstasche und der Trägerlösung für die Biopause bei der Frauenhose überdurchschnittlich gute Lösungen, die erheblich zum Tragekomfort beitragen. Dafür wurde bei anderen Details, wie dem Frontreißverschluss, etwas zu viel gespart.

Insgesamt ist GOREWEAR bei der Spring/Summer Kollektion 2022 die Balance zwischen Tragekomfort, sportlichem Design, Alltagstauglichkeit und Klimamanagement zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis hervorragend gelungen.

Getestete Produkte:

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