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Das Schaltauge als Teil der Gangschaltung

Zwischen dem Fahrradrahmen und dem Schaltwerk ist - mit Ausnahme von Nabenschaltungen - das sogenannte Schaltauge zu finden. Es dient als preiswertes und somit leicht ersetzbares Bauteil dazu, ein Verbiegen oder einen Bruch am Schaltwerk durch Gewalteinwirkung zu verhindern. Die Gewalteinwirkung kann durch ein Umfallen des Fahrrades ebenso geschehen wie durch einen Sturz oder einen dicken Ast, der beim Querfeldein-Fahren gegen die Schaltung schlägt. Befestigt wird das Schaltauge mit mehreren Schrauben an dem Ausfallende, wo die Gangschaltung liegt. Zusätzlich wird das Schaltauge per Schnellspanner am Hinterrad verklemmt. Über ein Innengewinde am Schaltauge wird dann die Schaltung montiert.

Klein und nützlich - sofern nicht defekt

Bei älteren Fahrradmodellen und etlichen Billigmodellen, gelegentlich aber auch bei teuren Fahrradmodellen, finden sich Schaltaugen, die Bestandteil des Fahrradrahmens sind. Sind sie defekt, kann man sie folglich nicht auswechseln. Auf der anderen Seite stehen so viele verschiedene auswechselbare Schaltaugen-Modelle, dass man nicht recht weiß, welches man benötigt. Schaltaugen können zwei, drei, vier oder mehr als vier Löcher haben. Zunächst sollten Sie also die Kompatibilität mit den Fahrrädern verschiedener Hersteller feststellen. Manche Schaltaugen-Modelle eignen sich nur für die Räder eines einzigen Herstellers. Andere sind mit diversen Fahrradtypen kompatibel. Die Tatsache, dass einige Hersteller auf eine so hohe Kompatibilität setzen, lässt hoffen. Hier wäre eine größere Vereinheitlichung wünschenswert. Es wäre sicher machbar, es bei fünf bis zwanzig verschiedenen Schaltaugen-Typen zu belassen. Fachleuten zufolge sind die baulichen Unterschiede an verschiedenen Fahrradtypen nicht die Ursache für derart viele Schaltaugen-Modelle. Doch die Realität spricht derzeit gegen vereinheitlichte Normteile. Kein Fachhändler kann in der Lage sein, alle lieferbaren Schaltaugen-Modelle am Lager zu haben. Dass selbst das Magazin "Der Spiegel" - das Schaltauge 2008 als eines der größten Technikärgernisse bezeichnete und ihm einen längeren Artikel widmete, sagt alles. Ist das winzige Verschleißteil nämlich defekt, muss man gelegentlich mehrere Wochen/Monate auf Ersatz warten. Als Alternative kann man sich nur damit behelfen, selbst eines zu fräsen oder es wieder zusammenzuschweißen. Unter den überflüssigen Ärgernissen, die einen Biker in den Wahnsinn treiben können, nimmt das Schaltauge einen prominenten Platz für sich in Anspruch. Manchmal bedarf es nicht einmal größerer Belastungen, damit es zerbricht.

Am Rad zählt jedes Bauteil

Was an einem Fahrrad unwichtig wirkt, kann durch sein Fehlen oft das komplette Rad lahmlegen. Der Fachhandel bemüht sich daher, wenigstens die Schaltaugen-Modelle auf Lager zu haben, die zu den verkauften Fahrrädern passen. Wer sich im Ausland eine etwas ungewöhnlichere Fahrradmarke zulegt, kann deswegen das Nachsehen haben. Da bleibt einem nur, einen ausgewiesenen Schaltaugen-Fachhändler im Internet zu ermitteln. Liest man ein bisschen in den einschlägigen MTB- oder Fahrradforen herum, ist die Schaltaugen-Misere verdächtig oft das Gesprächsthema. Insbesondere Biker, die ältere Billig-Bikes besitzen, ein bestimmtes Fixie oder ein hierzulande wenig gefahrenes US-Bike fahren, stehen vor unlösbaren Problemen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als einen gewieften Bastler aufzutreiben, der auf andere Weise Abhilfe schafft. Ärgerlich ist auch, dass die Hersteller für jedes neue Fahrradmodell weitere Schaltaugen-Varianten in die Runde werfen. Zu allem Überfluss ändert sich auch binnen weniger Jahre die Bestellnummer ein und desselben Schaltaugen-Modells. Hier hilft Ihnen nur noch der Fotovergleich. Die Hersteller von Schaltaugen bemühen sich immerhin, jedes verwendete Modell mindestens zehn Jahre vorzuhalten. An teuren Fahrradrahmen lohnen sich der